Heute war unser letzter ganzer Tag hier in Japan. Ursprünglich wollten wir heute - wie an unserem ersten Tag in Kyoto - nochmal ganz entspannt an den Biwa-See, dort nochmal schwimmen gehen und die Natur genießen. Ursprünglich sollte heute der heißeste Tag der letzten 10 Tage sein, aber irgendwie hatte der Wetterbericht dann seine Meinung geändert und plötzlich waren wir bei Regen. Und dafür dann raus an den See fahren, war dann irgendwie nicht mehr so reizvoll.

Stattdessen hatten wir uns für einen gemütlichen Tag in Kyoto entschieden. Nachdem wir ausgeschlafen hatten, sind wir gemütlich zur Dōshisha-Universität losgezogen - wir wollten ja schließlich wissen, wo Janni ihre Zeit verbringt, wenn sie nicht gerade Fremdenführerin für uns spielt. Der Campus ist - zumindest soweit wir ihn gesehen haben - sehr untypisch für japanischen Baustil und sieht eher westlich aus.

Dōshisha-Universität

Da es auf dem Campus schöne Bänke im Schatten gab, haben wir uns vor der da noch scheinenden Sonne in Sicherheit gebracht und haben die Ruhe genossen. Auffällig war - wie übrigens fast überall in Japan, dass es extrem viel Sicherheitspersonal gab.

Irgendwann sind wir dann doch weiter. Direkt neben der Uni gibt es einen Park, in dem es zwei ehemalige Kaiserpaläste gibt. Wir wussten schon vorher, dass wir leider nicht in die Paläste rein konnten, da diese heute - entgegen des regulären Plans - geschlossen waren. Trotzdem hatten wir gehofft, zumindest einen kleinen Blick oder so zu erhaschen, aber außer großen Toren in Mauern hat man leider nichts gesehen.

Kaiserpalast Kyoto

Ansonsten besteht der Park vor allem aus Bäumen und großen Kieswegen - und tatsächlich einem der wenigen blühenden Bäume, die wir in den drei Wochen finden konnten. Bei diesem Baum hatten wir es uns dort nochmal ein wenig gemütlich gemacht: wir wollten abends noch Sushi essen, aber es hatte noch niemand Hunger.

Am frühen Abend sind wir dann losgepilgert und waren zum ersten Mal in den drei Wochen Sushi essen. Die Sushi waren sehr gut und tatsächlich war das Sushi-Restaurant so, wie man es sich vorstellt: Auf einem Förderband laufen die Sushi am eigenen Tisch vorbei und man nimmt sich, worauf man Lust hat. In der Mitte des Förderbandkreises werden die Sushi ständig frisch hergestellt und auf das Förderband gepackt. Die Sushi selbst sind auf unterschiedlich gestalteten Tellern drapiert: an der Farbe erkennt man, ob Wasabi (auch als japanischer Meerrettich bekannt und ziemlich scharf) drauf ist oder nicht und ob es teurere "Premium-Sushi" sind. Am Ende wird einfach an den Tellern gezählt, wieviel man gegessen hat und wieviel es kostet.

Morgen früh geht dann die Rückreise los - vom Haus verlassen, bis daheim ankommen werden wir knapp 40 Stunden unterwegs sein und direkt danach erwartet uns noch eine Probe. Hoffentlich können wir entweder im Flugzeug von Peking aus schlafen (wohl eher unwahrscheinlich...) oder vielleicht in den über neun Stunden am Flughafen Peking - sonst wird das mit der Probe echt spannend...