Mir fallen auf Anhieb nicht so viele Gelegenheiten ein, wann man gleichzeitig mit einem vorhandenen WLAN verbunden sein möchte und dann noch einen Hotspot aufmachen möchte - eine ist aber definitiv, wenn man in Peking am Flughafen sitzt und "richtigen" Internetzugang über ein VPN teilen möchte. Für alle weniger technikaffine Menschen - das hier ist etwas techniklastig und die Geschichte dazu findet sich im Bericht über unseren Aufenthalt in Peking.
Für Linux habe ich dafür das schöne Tool create_ap gefunden, das genau dieses ermöglicht. Allerdings war das nicht ganz ohne Hürden zu haben: grundsätzlich ist es nur möglich den Hotspot im selben Kanal aufzumachen, in dem die Verbindung zum Internet besteht.
Außerdem ist es wohl nicht in jedem Kanal möglich, einen Hotspot aufzumachen. Nicht funktioniert hatte es in zwei Kanälen im 5GHz-Band und in einem im 2.4GHz-Band. Die einzige Konfiguration, die bisher funktioniert hat, ist im 2.4GHz-Band im Kanal 1. Ob und wie weit das irgendwo noch im 5GHz-Band funktioniert, weiß ich nicht - sobald wir eine funktionierende Konfiguration hatten, hab ich die Finger davon gelassen, obwohl das WLAN im 5GHz-Band hier viel schneller ist. Woran es liegt, dass ich in manchen Kanälen keinen Hotspot erstellen konnte, weiß ich nicht. Mögliche Erklärungen wären, dass meine Netzwerkkarte das in bestimmten Kanälen schlicht nicht kann, dass der Kanal zu voll ist oder dass es Restriktionen gibt, in welchen Kanälen in welchem Land WLANs aufgespannt werden dürfen - allerdings ist ja vom Flughafen im jeweiligen Kanal schon ein WLAN da, es scheint also nicht ganz verboten zu sein. Da werde ich bei Gelegenheit sicher nochmal mit rumspielen.
Die Bedienung des Tools ist super einfach - man gibt einfach an, welches Netzwerkgerät die Internetverbindung stellt und welches Gerät den Hotspot erzeugen soll (in diesem Fall also schlicht zweimal die WLAN-Netzwerkkarte), sowie den Netzwerknamen des Hotspots und die Passphrase - der Rest hat schon vernünftige Standardeinstellungen. Außerdem sollte man angeben, in welchem Land man ist, damit die lokalen Regeln bezüglich der Funk-Kanäle berücksichtigt werden.
Wer den Bericht über unseren Peking-Aufenthalt gelesen hat, fragt sich sicher "weshalb so kompliziert? Da sind doch schon zwei Geräte (Laptop und Handy) im Netzwerk, nutz doch einfach USB-Tethering oder Bluetooth-Tethering zum zweiten Handy oder so". Aber beides hat nicht funktioniert - beim USB-Tethering hat der Laptop zwar erkannt, dass ein Netzwerkgerät verbunden ist, hat aber keine Verbindung herstellen können und beim Bluetooth-Tethering ist immer die Bluetooth-Verbindung abgebrochen - was einmal mehr meine Vorurteile gegenüber dem - aus meiner Sicht - absolut sinnlosen Blauzahn-Quatsch bestärkt hat.
Letzten Endes war tatsächlich die zunächst am absurdesten klingende Lösung - WLAN-Client und WLAN-Hotspot auf derselben Netzwerkkarte die funktioniernde Lösung.