Im Nachtflug von Peking nach München hatten wir unsere Dreierreihe sogar zu zweit für uns, sodass es insgesamt etwas bequemer wurde. Und entgegen meiner üblichen Gewohnheit, konnte ich sogar ein wenig schlafen und so kamen bestimmt irgendwas um die vier Stunden Schlaf zusammen.

In München merkte man dann gleich, dass man nicht mehr in Asien ist - und insbesondere, dass man in Deutschland ist. Der Zustand der Toiletten am Flughafen war unterirdisch, das Personal bei der Sicherheitskontrolle unfreundlich, langsam und ich würde fast sagen inkompetent - zumindest sind sie nicht in der Lage, im Team Aufgaben vernünftig zu verteilen, bzw. zu deligieren. Auch danach im Gatewartebereich war der hygienische Grundzustand eher... traurig. Auffällig waren neben fehlender Hygiene auch die selbst für Flughafen-Innenbereiche exorbitanten Preise - auf den Preis, den man sonst weltweit findet, schlägt der Flughafen München nochmal ganz elegant einen Faktor zwei drauf.

Genug über München geschimpft - wir hatten ja zum Glück einen nicht allzu langen Aufenthalt, sodass es dann relativ schnell weiter ging, mit einer kleinen Fokker 100 sind wir nochmal über den Bodensee nach Zürich gehüpft. Wir sind überpünktlich in Zürich gelandet, waren superschnell durch alles durch und hatten dann auch gleich unsere Koffer in der Hand, sodass wir dann noch richtig viel Zeit bis zu unserem Zug hatten. Da wir eine Verbindung mit Zugbindung gebucht hatten, hatten wir uns zwischen offizieller Landung und Zugabfahrt etwa dreieinhalb Stunden Zeit gelassen, sodass wir nun tatsächlich gut drei Stunden überbrücken mussten. Da wir mit Gepäck unterwegs waren uns außerdem irgendwie ziemlich unmotiviert waren, noch irgendwas anzustellen, haben wir die Zeit einfach am Flughafen totgeschlagen - da hatten wir ja jetzt ganz gut Erfahrung drin.

Irgendwann ging es tatsächlich los - 10 Minuten zum Hauptbahnhof in Zürich und von dort direkt in drei Stunden mit dem IC nach Stuttgart. Kurz vor Stuttgart mussten wir dann nochmal kurz schwitzen, da wir plötzlich auf freier Strecke wegen einer Signalstörung gehalten haben. Natürlich ging es nicht in den versprochenen 3-5 Minuten weiter, sondern erst nach einer Viertelstunde. Ein paar Minuten konnten wir bis Stuttgart dann zwar noch gut machen, aber trotzdem hieß es dann in der Durchsage, dass die Regionalbahn nach Osterburken - unser Anschluss - leider nicht warten könne. Da der Zug aber vom gleichen Bahnsteig fuhr, haben wir das doch noch geschafft - aus dem IC raus, einmal über den Bahnsteig rüber und rein. Kaum, dass sich die Tür hinter uns geschlossen hatte, fuhr der Zug direkt los, das nennt sich dann einfach Timing. Zwanzig Minuten später waren wir in Bietigheim und wurden von Papa abgeholt, sodass wir nach ziemlich genau 40 Stunden Reise endlich angekommen waren.

Leider durften wir dann aber nicht gleich ins Bett oder zumindest ausruhen - stattdessen hatten wir eine Stunde Zeit um uns frisch zu machen, bevor es zur ersten Amerikaprobe für die Orchesterreise losging: nach 40 Stunden Reise noch 3 Stunden Probe.