Heute ging es - wieder zu zweit - in die nähere Kyoto-Umgebung. Wir sind zunächst nach Uji gefahren, bekannt vor allem für grünen Tee - insbesondere Maccha (zu Pulver vermahlener Grüntee) - und den Byodoin-Tempel. Als wir angekommen sind, sind wir zunächst in den Tempel. Dieser ist vor allem bekannt für die Phönix-Halle. Der prägnante Bau steht mitten in einem Teich auf einer Insel.

Phönix-Halle, Byodoin-Tempel in Uji

In die Phönix-Halle kommt man nur in kurzen, geführten (japanischen) Touren. Wir haben uns also gleich zu Beginn Karten gekauft und da pro Stunde nur drei Gruppen à 25 Personen in die Halle können, haben wir unsere Karte für knapp zwei Stunden später bekommen. Wir sind also zunächst in die "Schatzhalle" des Temepls, genau genommen ein Museum, in dem die wertvollsten kulturellen Schätze des Tempels ausgestellt sind. Leider herrschte dort ein Fotografierverbot. Danach haben wir noch die weitläufige Tempelanlage erkundet und ausgenutzt, dass wir heute absolut perfektes Wetter hatten: es war schön sonnig und trotzdem war die Temperatur im Schatten nur bei knapp 30° und vor allem war es endlich mal nicht schwül! Und zu allem Überfluss hatten wir meist sogar einen leichten Wind - besseres Wetter bekommt man kaum mehr.

Tempelanlage Byodoin

Am Ende unserer Erkundungstour mussten wir noch eine knappe halbe Stunde auf unsere Führung in die Phönix-Halle warten. Da die Führung auf japanisch war, haben wir einen Zettel mit einer groben Zusammenfassung auf englisch erhalten. Die Phönixhalle ist vor allem von einer großen Buddha-Statue geprägt, ansonsten gibt es noch sehr verblichene Wandgemälde und einige Figuren an der Wand. Insgesamt war die Halle etwas enttäuschend, natürlich wird dieser Eindruck auch verstärkt durch die ganzen Gerüste, da die Halle gerade renoviert wird. Sicher ist die Halle historisch sehr wertvoll, aber ehrlicherweise ist sie von außen schöner und vor allem die Wandgemälde (als Rekonstruktion, wie sie früher aussahen) und die Figuren sind im Museum einfach besser zu sehen und können dort besser betrachtet werden. Natürlich gab es auch dort ein Fotografierverbot.

Danach sind wir zurück und haben die Gegend um den Tempel etwas erkundet. Dort haben wir Maccha-Eistee probiert und da das gut war, auch gleich das zugehörige Tee-Pulver gekauft. Außerdem haben wir dort Maccha-Pfannkuchen mit Maccha-Eis entdeckt, was wir prompt probieren mussten. Zusätzlich haben wir nochmal Maccha-Eistee bestellt. Insgesamt war das ein Maccha-Overkill, vor allem das Pulver auf den Pfannkuchen war ganz schön viel Maccha - aber dafür war der dargestellte Phönix echt schön und auch wenn es etwas viel Maccha war, gut war es trotzdem.

Maccha Pancakes

Von da ging es weiter nach Fushimi - der Stadtbezirk ist vor allem bekannt für den Fushimi Inari Taisha, einen Schrein mit zigtausenden Torii-Toren, die hinter dem Schrein den Berg Inari hinauf ein Wegenetz mit unzähligen Nebenschreinen bilden. Und wer sich an das Bild von gestern erinnert: die paar Torii dort waren nichts, absolut nichts, gebenüber dem, was uns hier erwartete.

Torii beim Fushimi Inari Taisha

Der "Berg" erhebt sich immerhin 233m hoch und natürlich sind wir ihn hochgewandert. Auf etwa halber Höhe gab es eine schöne Aussicht über die Stadt und von dort haben wir den Sonnenuntergang beobachtet.

Sonnenuntergang mit Blick auf Kyoto auf dem Inori

Danach sind wir dann in der Dämmerung den Rest hochgewandert und haben unterwegs noch einige sehr süße, kleine Kätzchen entdeckt. Insgesamt ist es einfach extrem faszinierend, wie viele Tore es dort gibt. Zusätzlich zu den schon unzähligen "großen" Toren, gibt es an jeden Nebenschrein noch unzählige kleine, auf die Gläubige (und Touristen) Wünsche geschrieben haben.

Viele kleine Torii auf dem Inori

Auf dem Weg nach unten haben wir Stufen gezählt - neben vielen Höhenmeter, die wir einfach per Steigung gemacht haben, waren es 1210 Stufen runter. Insgesamt waren das am Inari etwa 480 Höhenmeter und knapp 5km Strecke. Und auch wenn mein Handy das Dämmerlicht nicht so schön einfangen konnte, war der Blick auf halber Höhe auf Kyoto trotzdem nochmal sehr schön.

Dämmerblick auf Kyoto vom Inori