Den heutigen Tag starteten wir mit einem Ausflug zur Bäckerei. Dort deckten wir uns mit Frühstück und Mittagessen ein, bevor es mit dem Auto auf den Icefields Parkway ging - eine der weltweit landschaftlich schönsten Straßen mitten durch die beiden Nationalparks Jasper und Banff in den Rocky Mountains.

Direkt am Anfang des Highways steht ein großes Schild, das den winterlichen Straßenzustand in vier Stufen abgestuft angibt. Laut Schild sollte der Straßenzustand "poor" sein, die zweitschlechteste Stufe - das machte ja Hoffnung für die Fahrt.

In einer Haltebucht an einer schönen Kurve des Athabascar-Flusses machten wir unsere Frühstückspause. Da es aber regnete, haben wir im Auto gefrühstückt und uns nur kurz für einen Fotostopp nach draußen getraut. Sobald wir aber noch einige Höhenmeter weiter oben waren, wurde der Regen schnell durch Schnee abgelöst - das war dann gleich viel schöner.

Wenn es an dem Highway eine schöne Stelle mit Aussicht gibt, ist meist auch eine Haltebucht nicht weit und wie soll ich sagen - von beidem gibt es reichlich. Ein Highlight am Vormittag waren auf jeden Fall die Tangle Falls - Wasserfälle direkt am Highway, nur auf der anderen Seite, da auf dem Highway aber ziemlich wenig los ist, ist das kein Problem und es gibt da sogar einen Zebrastreifen. Die Tangle Falls sind auf jeden Fall einen Stopp wert!
Tangle Falls

Das Icefield Centre hat uns dagegen enttäuscht. Das wird als Gletscherinformationszentrum dargestellt, wo man tolle Touren zu den Gletschern machen kann, aber eigentlich ist das "Gletscher für Pauschaltouristen" - man kann diverse überteuerte Events buchen, wo man dann direkt auf oder an den Gletscher gefahren wird - nicht das, was wir wollten. Insofern taugt es nur als Zwischenstopp mit WLAN, um die Wasserflasche zu füllen und auf die Toilette zu gehen. Aber immerhin kann man auch die Sicht auf den gegenüberliegenden Athabasca Gletscher genießen.
Athabascar-Gletscher

Daher ging es schnell ein paar Kilometer weiter zu Parker Ridge - dort wollten wir heute über einen Bergrücken wandern. Zunächst ging es durch den verschneiten Winterwald hinauf bis über die Baumgrenze mit herrlicher Sicht auf die Berge, die allerdings alle ihre Gipfel in den Wolken versteckten.
Parker-Ridge-Baumgrenze

Dann wurde es etwas anstrengender - der Weg war häufig durch Schneewehen versteckt, sodass man manchmal plötzlich mit einem Fuß 30cm tief im Schnee stecke oder den Weg gar nicht mehr sah und nur noch den Trampelpfaden anderer Wanderer folgte. Gleichzeitig wurde es auch steiler. Oben angekommen, weiß man aber auch was man geschafft hat - auf weniger als 2km Strecke ging es 250 Höhenmeter nach oben. Auf dem Bergrücken wurde es durch den Wind zwar eisiger, aber trotzdem war es deutlich angenehmer zu laufen. Auf der anderen Seite des Bergrückens angekommen erwartete uns eine tolle Sicht auf den Saskatchewan-Gletscher, den größten Gletscher des Columbia Icefields. Folgt man dem Pfad noch weiter, so erreicht man einen Aussichtspunkt, der einen mit einer noch besseren Sicht belohnte.
Parker-Ridge-Saskatchewan-Gletscher

Nach einem kurzen Fotostopp am Howse Pass Viewpoint, hatten wir das Ende des Icefields Parkway erreicht. Dort machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Lake Louise. Obwohl die Sicht oft wegen Nebel oder tiefhängender Wolken etwas eingeschränkt war, war es eine Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft und hat richtig Spaß gemacht. Auch die Straßenbedingungen waren nicht so schlimm wie angekündigt: auf dem ein oder anderen Pass war mal etwas Eis und Schnee auf der Straße und wenn es mehr geschneit hat, war natürlich die Sicht eingeschränkter - aber insgesamt war es trotzdem gut zum Fahren.

Da der Bow Valley Parkway irgendwo wegen einer Baustelle gesperrt ist, sind wir direkt über den Trans-Canada-Highway in Richtung Banff gefahren. Ein letzter Fotostopp kurz vor Banff mit Sicht Richtung Vermilion Lakes Wetlands und Mount Sulphur war der letzte Halt auf der 300km Reise durch die Herzen zweier Nationalparks.
Vermilion-Lakes-Wetlands

Zum Abendessen ging es dann in den Irish Pub um die Ecke - einmal mehr die kommenden Tage planen. Danach wurde es auch schon wieder Zeit fürs Bett.