Nach unserer Ankunft in Jasper bekamen wir unser aufgegebenes Gepäck zurück und holten unser Auto ab. Dort wollte man uns unbedingt einen kleinen SUV aufschwatzen, aber wir sind bei unserem kleinen Wagen (Golf-Klasse) geblieben.

Danach ging es zunächst in das Informationszentrum des Nationalparks, um uns darüber zu informieren, welche Straßen und Wege möglicherweise schon geschlossen sind oder bald schließen - hier ist es schließlich schon ziemlich Winter. Neben dem Hinweis, dass die heißen Quellen in der Nähe und die Straße zum Mount Edith Cavell nach Thanksgiving am Montag schließen, haben wir von dort auch noch je einen Hoodie mitgebracht - es geht doch nichts über gemütliche Pullover. Zudem sind die im Zug ja auch noch überlebenswichtig...

Da wir bereits am Sonntag nach Banff weiterfahren und erst das Ende der Woche hier in Jasper verbringen, war schnell klar, dass es heute Nachmittag noch zum Mount Edith Cavell gehen sollte - das mit den heißen Quellen wäre zeitlich zu eng geworden. Am Informationszentrum haben wir auch wie geplant Ria wiedergetroffen. Außerdem sind wir dort noch über Natalie gestolpert, eine Bekannte von Ria und wie wir aus Deutschland.

Kurzerhand sind wir zu viert losgezogen und haben zuerst ein Mittagessen gesucht. Gefunden haben wir Poutine - so lecker wie ungesund, aber immerhin typisch kanadisch: Pommes mit Soße und dann je nach Wahl Käse, Fleisch oder Wurst oben drauf.

Nachdem wir das Gepäck im Hotel abgeladen hatten, ging es los Richtung Mount Edith Cavell. Die Fahrt hoch war von vielen Serpentinen geprägt, in denen zum Teil Höchstgeschwindigkeiten von 15km/h vorgesehen waren - nicht ganz zu Unrecht. Irgendwann fing es dann an zu schneien, für Ria eine ganz neue Erfahrung, da sie Schnee noch nie gesehen hatte. Zunehmend wurden die Straßen auch etwas vereist, weshalb ich ganz froh war, dass Papa gefahren ist. Oben erwartete uns dann eine Winterlandschaft vom Feinsten!
Mount Edith Cavell

Vom Parkplatz aus ging es den Gletscher-Wanderweg zu einem tollen Aussichtspunkt über den Mount-Edith-Gletscher und den Angel-Gletscher, dort hab ich zum ersten Mal einen (besser: gleich zwei) Gletscher gesehen. Die ganze Szenerie da oben war Kitsch pur - das reinste Winterwonderland: Verschneite Landschaft, verschneite Bäume, teilweise zugefrorene Flüsse, Gletscher, zugefrorene Gletscherseen und ein wenig frischer Schnee von oben.
Edith Carvell Gletscher mit Gletschersee

Da uns der Gletscherweg zu kurz war, sind wir noch ein wenig den zweiten Wanderweg entlang gelaufen, auch wenn klar war, dass wir den nicht ganz schaffen, dazu waren wir zu spät aufgebrochen. Der Weg war aber traumhaft schön - im Grunde ein kleiner Trampelpfad mitten durch den Schnee. Nach einer ganzen Weile bergauf sind wir nochmal an einen tollen Aussichtspunkt über den Gletscher gekommen. Von dort haben wir uns wieder auf den Weg abwärts gemacht.

Kaum waren wir wieder aufgebrochen, wurden wir von lautem Getöse überrascht. Gegenüber, auf dem oberen Gletscher, rutschte ein großer Haufen Material (Schnee? Eis? Geröll?) hinunter. Auch wenn das so aus der Distanz nach gar nicht so viel aussah - unsere Ohren haben uns was anderes erzählt und es ist wohl auch ganz gut, dass wir da in sicherer Entfernung waren...

Am Start des Wanderwegs mussten wir aber noch einen Schneemann bauen - Ria hatte schließlich noch nie Schnee gesehen und somit natürlich auch noch nie einen Schneemann gebaut. Das konnten wir so nicht stehen lassen!
Schneemann

Auf der Rückfahrt stand an der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Standstreifen - nicht wie vielleicht zu erwarten wäre, ein Auto - sondern ein Elch! Das war da schon der zweite Elch des Tages und dieses Mal sogar ziemlich nah an uns dran - aber leider hat es mit dem Fotografieren wieder nicht geklappt, der Foto war schon sicher verstaut, wir waren ja auf der Rückfahrt...

Nachdem wir uns von den beiden verabschiedet hatten, haben wir abends im Hotel unser Hotel für die nächsten 2 Nächte in Banff gebucht, da wir das noch offen gelassen hatten. Zum Abendessen ging es in die Bar im Hotel. Dort schmiedeten wir einen groben Plan für den nächsten Tag, bevor wir uns dann (viel zu spät) dringend auf den Weg in Richtung Bett machten.