Kaum in Deutschland angekommen, ging es heute auch schon wieder weiter. Morgens um sieben haben wir uns in Bietigheim am Ellental-Gymnasium getroffen. Von dort ging es mit 63 Leuten in einem bis zum Rand vollgestopften Doppeldeckerbus nach Frankfurt zum Flughafen. Und mit bis zum Rand mein ich echt voll, selbst das Klo war okkupiert - dort hatten es sich die drei ganz großen Flöten und drei der fünf Großbässe gemütlich gemacht.

In Frankfurt erwartete uns der für Amerikareisen leider übliche Sicherheitskontrollwahnsinn Sicherheitskontrollmarathon und - was mit einer großen Gruppe besonders schön ist - ein relativ kurzfristiger Gatewechsel für den Abflug. Aber letztlich saßen wir dann alle im Flugzeug: 7 Reihen à 9 neongiftgrüne Polos füllten einen beachtlichen Teil der Economy der Boeing 777-200 von United Airlines nach Chicago.
Der Flug selbst verlief ziemlich ruhig und entspannt. Auch wenn wir die meiste Zeit über einer dichten Wolkendecke unterwegs waren, hatten wir über Grönland eine grandiose Sicht. Mit die größte Herausforderung während des Flugs waren - wie so oft - die Einreiseformulare. Erschwerend kam diesmal dazu, dass wir die Formulare meist auf französisch erhalten haben. Aber schließlich hatten wir es geschafft diese alle auszufüllen und so erwartete uns vor der Landung nur noch - je nach Perspektive - eine Herausforderung oder ein besonderes Vergnügen: gegen Ende des Fluges wurden wir von ein paar kleineren Turbulenzen durchgeschüttelt.

In Chicago erwartete uns als allererstes die Immigration - und leider haben sich die Amis meinen Wunsch zu diesem Thema nicht erhört, sodass auf uns noch das eklig lange Immigration-Verfahren wartete. Allerdings gab es eine Neuerung: man muss zunächst an Self-Service-Geräte, den Pass scannen, die Fragen vom Einreiseformular erneut beantworten, Fingerabdrücke da lassen und ein Foto machen. Dann bekommt man einen Wisch ausgedruckt und entweder sind die Daten dort durchgestrichen, dann muss man an den klassischen Immigration-Schalter oder sie sind nicht durchgestrichen, dann gibt es ein etwas schnelleres Verfahren. Da bekommt man nur noch zwei drei Fragen nach dem Reisegrund, Reisedauer und Reisegruppe gestellt und schon kommt der Stempel in den Pass und man ist in den USA.
Nachdem wir alles Gepäck, inklusive der ganzen großen Flöten, wiederhatten, ging es raus und dort erwarteten uns einmal mehr die gelben Schulbusse. Mit denen ging es dann durch den Berufsverkehr nach Downers Grove. Dort angekommen, haben wir alle unsere Gastfamilien gesucht. Wir sind zu dritt in einer deutschen Auswandererfamilie, sodass wir die meiste Zeit gar nicht so wirklich zum Englisch reden kommen, aber dafür ermöglicht uns das besonders gut über das deutsche und amerikanische Wirtschafts- und Sozialsystem zu reden, kennen unsere Gasteltern ja schließlich beide Systeme gut von innen.
Nach dem Abendessen ging es dann aber doch zügig ins Bett - wir waren nach dem langen Tag und der langen Reise dann doch eher müde.