Heute ist der letzte Gültigkeitstag unserer Pässe für die JR-Strecken - den konnten wir natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen und sind daher heute Vormittag in Richtung Himeji aufgebrochen. Nach einer Stunde Bus-Fahrt und einer Stunde Shinkansen waren wir auch schon da.
Der Grund für die Reise nach Himeji ist natürlich Himeji-jō, die Burg Himeji. Sie gilt als die schönste der japanischen Burgen und tatsächlich: bereits aus dem Shinkansen strahlt einem die weiße Burg entgegen. Kaum verlässt man den Bahnhof, steht man auf einer schnurgeraden Straße, an deren Ende - einen guten Kilometer entfernt - die Burg empor ragt. Da sich das auf die Distanz aber mit einem Handy nicht vernünftig auf ein Bild bannen lässt, gibt es hier ein Bild von nach dem Burgbesuch aus der Nähe - aber da ich eh zu viele schöne Bilder von der Burg hab, müssen die ja irgendwo hin.

Zum Glück blieb die Sonne heute den ganzen Tag hinter den Wolken - aber gut 30° und eine Luftfeuchtigkeit von 75% aufwärts machten die kleine Wanderung der Straße entlang und durch den kleinen Park vor der Burg auch so anstrengend genug. Dort wurden wir mit einem tollen Blick auf die Burg belohnt.

Wir waren zum Glück zur Mittagszeit da, sodass wir - zumindest meiner Wahrnehmung nach - mit relativ wenigen Menschen durch die Burg gewandert sind. Nach uns waren deutlich mehr Menschen unterwegs. Dennoch war es voll genug, man merkt eben, was für ein besonderes Bauwerk die Burg ist und dass Reisezeit ist. Im Hauptturm der Burg ging es dann die insgesamt 6 Stockwerke hinauf und wir konnten von jedem Stockwerk in jede Himmelsrichtung immer wieder tolle Blicke erhaschen.

Nachdem wir wieder vom Turm runtergestiegen sind, sind wir noch in den anderen zugänglichen Teil der Burg gegangen und haben den langen Korridor (auf dem Bild mit der Sicht von oben zu sehen) besichtigt, von dem immer wieder kleine Räume abgehen und in denen verschiedene Aspekte der Burggeschichte oder -bauweise erklärt wurden.
Von dort sind wir schließlich noch in den Kōkoen gegangen, einen japanischen Landschaftsgarten, der direkt neben dem Burggelände liegt. Dieser ist in verschiedene kleine Bereiche gegliedert, die in verschiedenen Stilen gestaltet sind. Der Garten war sehr hübsch - aber hat natürlich wieder etwas unter der falschen Jahreszeit gelitten.

Danach haben wir uns noch in ein Kaffee gesetzt und uns etwas erholt, bevor es zurück zum Bahnhof und zur letzten Fahrt mit dem Shinkansen in diesem Japanurlaub ging. Ich hatte mich ja vor einigen Tagen über den ÖPNV in Japan echauffiert - wichtig ist da aber das "N": Im Fernverkehr - vor allem auf der Schiene - sind die Japaner einsame Spitze. Im Shinkansen reist man bequem und vor allem mit viel Platz: Der Sitzabstand beträgt mehr als einen Meter - da haben dann auch große Menschen mehr als genug Platz, es sich bequem zu machen und die Reise zu genießen.
