Wir haben heute morgen den Plan für heute etwas erweitert - von unseren ursprünglich fest eingeplanten Punkten in Tokio war "nur noch" Shinjuku mit dem Shinjuku Gyoen (Kaiserlicher Park Shinjuku) und Tōkyō Tochō (Gebäude der Stadtverwaltung mit hoher Aussichtsplattform) über, da die ursprünglich geplante Tour durch ein Stadtviertel leider nicht geklappt hatte. Wir haben daher das Nationalmuseum Tokio in unseren Plan mit aufgenommen - insbesondere, da dies neben der sehenswerten japanischen Kunst auch noch einen Schutz vor der wie immer großen Hitze bietet.
Da das Museum mitten im Ueno-Park liegt, haben wir uns mit unserem Frühstück dort in den Park gesetzt. Danach haben wir den Park noch ein wenig erkundet und sind dort, wo wir eigentlich einen relativ großen See erwartet haben, auf einen mit mir unbekannten Pflanzen vollkommen zugewachsenen See gestoßen:

Da es uns langsam aber sicher zu warm wurde, sind wir dann ins Museum gegangen. Dort haben wir zwei Teilausstellungen besucht, zum einen die Highlights der japanischen Kunst - im Prinzip ein grober Überblick über 13.000 Jahre Kunstgeschichte, mit vielen wichtigen und sehr schönen Exponaten - und zum anderen eine thematisch gruppierte Ausstellung über die japanische Kunst, in der dann einzelne Aspekte herausgegriffen und beleuchtet wurden. Exemplarisch hier ein traditioneller japanischer Raumtrenner und ein "Räucherelefant".


Leider haben wir da auch ein wenig die Kehrseite von spontanen Planergänzungen gemerkt: wir hatten nicht mehr auf dem Schirm, dass eines unserer eigentlichen Ziele, der Shinjuku Gyoen nur bis 16:30 Uhr offen hat. Wir sind dann daher etwas überstürzt aus dem Museum aufgebrochen und hatten nacher im Park trotzdem nur eine dreiviertel Stunde - dabei wollten wir ja eigentlich zwischendurch noch eine Kleinigkeit essen, waren im Museum noch nicht ganz fertig und wollten dann ein wenig entspannter durch den Park spazieren.
Dennoch war die kurze Zeit im Park sehr schön und die verschiedenen Themengärten sind sehr abwechslungsreich und liebevoll gestaltet. Gerne hätten wir auch noch den französischen Garten besucht, aber das war zeitlich nicht möglich. Man muss aber ehrlicherweise sagen, dass wir schlicht zur falschen Zeit im Jahr da sind: es gibt zwei Monate, in denen nichts blüht, keine Herbstfärbung oder sonst irgendetwas besonderes in den Parks (und der Natur allgemein) passiert - August und September. Aber das war uns vorher schon bewusst und ließ sich leider nicht ändern - dennoch fällt die nächste Japanreise hoffentlich in die Kirschblüte oder die Herbstfärbung der Bäume Ende Oktober.

Nachdem der Park geschlossen hatte, haben wir unseren streikenden Füßen nachgegeben und haben uns etwas zum Essen gesucht. Danach sind wir zum Tōkyō Tochō und haben von dort Tokio von oben betrachtet. Leider war es sehr diesig, sodass wir den Mount Fuji (oder irgendeinen anderen Berg) nicht sehen konnten. Da wir gegen halb sieben oben waren, haben wir extra auf den Sonnenuntergang gegen sieben gewartet, um da nochmal einen tollen Blick zu haben - aber da standen uns leider Wolken im Weg. Dabei wären die Wolken tagsüber doch viel praktischer gewesen...
