Nach dem Frühstück ging es zunächst mit dem Auto wieder zurück zu den Bow-Gletscher-Fällen. Auf dem Weg dorthin sind wir zunächst über eine schöne Aussicht auf den Snowbird Glacier gestolpert.
Ausgangspunkt der Wanderung war eine hübsche Lodge am Bow-See - leider hatte die aber schon am Montag Saisonende und wir hätten die Unterkunft erst am Dienstag gebraucht. Wir wanderten am Ufer des Bow-Sees entlang bis zur Mündung des Flusses, der vom Gletscher kommt. Zu der Jahreszeit war sowohl der Mündungsbereich als auch das Flussbett überwiegend wasserfrei. So wanderten wir - laut Karte mitten durch das Wasser - den teilweise gefrorenen Fluss entlang.
So folgten wir dem Fluss bis zu einem Schluchteingang, bzw. aus Sicht des Flusses natürlich dem Ausgang der Schlucht.
Auf uns dagegen wartete eine steile und abenteuerliche Treppe, die uns über die Schlucht brachte. Bevor wir die Treppe in Angriff nahmen, zogen wir unsere Schuhketten wieder an. Auf halbem Weg nach oben gab es einen tollen Blick in die Schlucht hinein.
Folgt man dem Pfad weiter, steht man plötzlich auf einer Moräne und hat eine großartige Aussicht auf die vereisten Wasserfälle. Schaut man genau hin, so erkennt man, dass an manchen Stellen mitten im Eis der Fels sichtbar ist und dort noch Wasser hinabstürzt.
Folgt man einem Trampelpfad in das Tal hinein, so kommt man den vereisten Fällen immer näher und erkennt immer mehr Details. Während Papa irgendwann genug hatte, bin ich noch 12m höher geklettert und stand schließlich auf der Höhe der gefrorenen Zunge des Wasserfalls.
Danach wanderten wir den gleichen Weg wieder zurück - bis auf die Treppen war das alles auch sehr entspannt. Zu den zum Teil sehr unebenen und sehr großen Stufen kam nun hinzu, dass die Treppe matschig-rutschig wurde. Unten angekommen ging es zum Auto. Vor dem Mittagessen hatten wir noch eine Kleinigkeit vor. Der Mistaya Canyon lag direkt an unserem Weg und ist ein gut zugänglicher und beeindruckend tiefer Canyon.
Zum Mittagessen ging es dann nochmal zu dem Ressort, in dem wir übernachtet hatten. Von dort ging es nun weiter in Richtung Jasper. Unterwegs stoppten wir noch an einigen Aussichtspunkten, bevor wir schließlich bei den Sunwapta Falls ankamen. Oberhalb der Wasserfälle liegt eine malerische Insel, bevor sich das Wasser in die Tiefe stürzt.
Die Sunwapta-Waserfälle bestehen aus einem oberen und einem unteren Wasserfall, jeweils mit mehreren Stufen. Die meisten Stufen waren besser zu beobachten als zu fotografieren - was aber weder unsere Freude an den Wasserfällen noch am Wasserfälle-Fotografieren minderte.
Auch wenn es schon am Dämmern war, machten wir doch noch einen Zwischenstopp an den Athabasca Falls. Dort mussten wir dann jedoch dreierlei einsehen: es wird ziemlich schnell dunkel, Fotos mögen schnelle Bewegungen (Wasser an einem Wasserfall!) und fehlendes Licht nicht besonders und außerdem haben die Fälle einen Besuch bei mehr Licht verdient. Was aber natürlich nichts dran ändert, dass man das mit den Fotos nicht doch versuchen kann :-)
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Jasper begegneten wir am Straßenrand noch einigen Wildtieren, die dort friedlich im Dunkeln grasten. Unsere Unterkunft liegt etwas außerhalb von Jasper. Wir haben uns ein Zimmer in einem Ressort gemietet, das überwiegend kleine Bungalows vermietet (leider viel zu teuer...), aber auch einige Zimmer in einem zentralen Gebäude. Zu unserem Schrecken mussten wir feststellen, dass wir bei der Buchung offensichtlich nicht aufgepasst hatten - statt zwei Betten hatten wir nur ein Queen-Size-Bett und müssen uns das in den nächsten Nächten teilen, da leider kein anderes Zimmer für unsere drei Nächte zu haben war. Daher fuhren wir in die Stadt, um noch ein spätes Abendessen zu finden - einen Bison-Burger.