Das Gute an "Bed and Breakfast"-Unterkünften ist definitiv der Teil hinter dem "and" - im Gegensatz zu den meisten Hotels ist hier Frühstück dabei und wird zumeist liebevoll live und frisch zubereitet. So auch hier und neben "dem Üblichen" wie Croissant, Toast, Cornflakes und co können wir zwischen diversen Ei-Zubereitungen, Pan Cakes und French Toast wählen.
Zunächst ging es zum Gelände der University of British Columbia (UBC). Die Universität unterhält dort unter anderem das Museum für Anthropologie und einen botanischen Garten. Das Museum hat einen klaren Schwerpunkt auf den "First Nations" und deren Kultur - insbesondere derjenigen an der Westküste von British Columbia. Als "First Nations" werden die meisten indigenen Völker Kanadas bezeichnet. Dort haben wir zunächst die kunstvollen Ausstellungsstücke in Ruhe selbst betrachtet, insbesondere die je nach Volk unterschiedlichen Pfähle.
Die First Nations waren Meister im Umgang mit Holz - insbesondere mit dem Holz des Riesen-Lebensbaums (Western Red Cedar). Mir hatten es ganz besonders die Bentwood-Boxes angetan. Das sind Holzkisten, deren vier Seitenwände aus einem Holzstück gefertigt sind, sodass es nur eine Stelle gibt, an der die Wände verbunden werden müssen. Diese Kisten waren wasserdicht, sodass sie auch z.B. zum Kochen verwendet werden konnten.
Danach schlossen wir uns einer Führung an, bei der wir noch viel darüber erfahren haben, wie es den First Nations erging, als die Europäer in Kanada ankamen. Auch wenn es in Anbetracht der US-amerikanischen Geschichte naheliegend ist, war es doch erschütternd zu erfahren, was die europäischen Siedler auch hier angerichtet haben, irgendwie war zumindest mir das nicht bewusst. Das Museum war so gut, dass wir plötzlich vier Stunden dort verbracht hatten - das war so eigentlich nicht geplant.
Da es mittlerweile aber schon früher Nachmittag war, hatten wir Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Mittagessen. Dabei sind wir über ein von Studenten betriebenes veganes Café gestolpert und haben dort ein leckeres Mittagessen gefunden. Von dort marschierten wir weiter zum UBC Botanical Garden. Unbestrittenes Highlight dieses Besuchs war der "Greenheart TreeWalk", ein hin- und her schaukelnder Höhenpfad, der auf etwa 20m Höhe durch die Bäume führt und so die Möglichkeit gibt zum einen die Pflanzen am Boden aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zum anderen einen Einblick in einen Teil des Waldes gibt, den man sonst nicht kennenlernen würde - wo sonst kann man kleine Farne, die auf den Bäumen wachsen, aus der Nähe betrachten?
Kurz bevor der Park schloss, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, dieses mal mit dem Bus in die Innenstadt. Der Bus war ziemlich lange unterwegs, sodass wir gerade so am Hafen ankamen, dass wir noch die Reste des Sonnenuntergangs sehen konnten. Da direkt am Hafen auch das Terminal für die Wasserflugzeuge ist, konnten wir die geparkten Flugzeuge gleich mitbewundern.
Vom Hafen ging es in das nahegelegene Stadtviertel "Gastown". Dort gibt es eine Dampfuhr, die mittels Dampf angetrieben wird und die zu jeder Viertelstunde pfeift. Genau genommen wird mit dem Dampf ein Mechanismus angetrieben, der dafür sorgt, dass die Uhr quasi immer aufgezogen ist.
Zum Abendessen ging es in eine nahegelegene Brauerei und nach der Planung des nächsten Tages ging es ins Bett.