In Boston bietet es sich natürlich an, den Freedom Trail entlang zu wandern. Auf etwa vier Kilometern quer durch die Stadt kommt man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Orten in Boston vorbei, die mit der amerikanischen Revolution und dem folgenden Unabhängigkeitskrieg zu tun haben.
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel - der Entschädigung für das Zimmerchaos - ging es bei strahlendem Sonnenschein los. Dabei muss man den Bostonern eines lassen - sie wissen, dass das Wetter und die Sonne gefährlich sein können und haben vorgesorgt:

Direkt am Anfang, im Park Boston Common, sind uns die wohl zutraulichsten Eichhörnchen der Welt begegnet - im Zweifelsfall hatten wir da wohl mehr Angst, dass die uns beim Fotografieren anspringen, als dass die Angst vor uns hatten.

Eine weitere Besonderheit, auf die wir unterwegs gestoßen sind, sind die Grabsteine auf den alten Friedhöfen. Dort sind häufig Totenschädel mit gekreuzten Knochen im Kombination mit Engelsflügeln abgebildet - anscheinend soll dies eine Erinnerung an die Vergänglichkeit des Fleisches und die Unsterblichkeit der Seele sein.

Nachdem wir schließlich alle insgesamt 16 Stationen besucht hatten, haben wir zum Schluss des Trails die USS Constitution besucht - das dienstälteste Kriegsschiff der U.S. Navy, das 1797 in Dienst gestellt wurde und bis heute als aktives Schiff der Navy geführt wird - auch wenn sie abgesehen von der jährlichen Fahrt am Unabhängigkeitstag inzwischen immer in Boston liegt. Zur Zeit liegt sie allerdings im Trockendock und wird umfassend restauriert.
Über das Wasser sind wir dann zurück zum Bostoner Hafen und von dort mit der Metro zur Boston Public Library - die hatte allerdings in Vorbereitung des morgigen Unabhängigkeitstages geschlosen. Warum erschließt sich mir allerdings nicht ganz, schließlich hat sie morgen ja wegen dem Unabhängigkeitstag zu - zur Vorbereitung auf einen freien Tag den Tag davor auch frei machen?

So haben wir den Nachmittag schließlich in einem kleinen Café ausklingen lassen - die Hitze und das viele Laufen in der Sonne war dann doch anstrengend. Heute Abend gehen wir zum Boston Pops Konzert, das morgen nochmal stattfindet, da dann sogar mit Feuerwerk, allerdings sind wir da dann schon weg.
Allgemein ist das unterschiedliche Verständnis des Begriffes alt immer wieder faszinierend. Für uns Europäer sind Gebäude aus dem 20. Jahrhundert ja quasi Neubauten und auch Gebäude aus dem 18./19. Jahrhundert sehen wir jetzt nicht als wirklich alte Gebäue. Für Amerikaner dagegen ist alles, was älter als der zweite Weltkrieg ist, schon alt. Das älteste Gebäude Bostons beispielsweise ist für amerikanische Verhältnisse quasi uralt und stammt von 1680 - ein Alter für ein Gebäude über das wir dann doch eher müde lächeln, hier dagegen ist das schon ein bemerkenswertes Alter.