Kurz gesagt: Es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Nachdem ich heute etwas verschlafen hatte und dann schließlich auf dem Capitol Hill beim Supreme Court angekommen war, erwartete mich eine böse Überraschung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Sachen in Washington, hat der Supreme Court tatsächlich das ganze Wochenende geschlossen - vorher genauer planen schadet ab und zu glaub doch nicht. Wie ich später erfahren hab, hat auch die Senatsgallerie am Wochenende zu, es bleibt also beim Besuch des Repräsentantenhaus am Dienstag.

Um zu überlegen, was ich stattdessen mach, bin ich nochmal in die Library of Congress. Dort hab ich mir noch die größte Jura-Bibliothek der Welt angeguckt und dort in einem Buch geschmökert, bevor ich in den großen Lesesaal umgezogen bin, um meinen Tagesplan neu zu erfinden.

Von dort ging es durch den Tunnel ins Kapitol, dort kann ich mir zumindest die Ausstellung über die Aufgaben des amerikanischen Parlaments und die über 200 jährige Geschichte angucken. Dort wird - unterteilt in Epochen - jeweils die Geschichte der beiden Kammern gegenüber gestellt.

Vom Kapitol ging es über das Hostel und vorbei am Sitz des FBIs weiter zum "International Spy Museum". Dort wird man auf informative und lustige Weise in die Welt der Spione eingeführt. Zunächst werden Werkzeuge und Hilfsmittel der Spionage ausgestellt. Darauf folgend wird die Geschichte der Spionage von der Antike bis heute dargestellt - mit einem Schwerpunkt im kalten Krieg, dem "goldenen Zeitalter" der Spionage. Im Anschluss gibt es eine Sonderausstellung, die sich mit James Bond beschäftigt und die gegenseitige Beeinflussung von Fiktion und Realität aufzeigt - so sind viele (aber natürlich längst nicht alle) zunächst in James Bond eingeführte "Gimmicks" für Autos heute Standard für besonders geschützte Fahrzeuge. Auch der CIA-Direktor ließ sich von James Bond beeinflussen - nachdem dieser mit einem Gesichtserkennungalgorithmus identifiziert worden war, wollte er diese Technologie auch für seine Behörde.

Abends wollte ich noch nach Georgetown und vor an den Potomac, aber passend zum heutigen Tag hat das Wetter mir einen Strich durch die Rechnung gemacht: als ich aus dem Museum rauskam, hat es geregnet. Daher hab ich die nächste Dreiviertelstunde mit anderen vom Wetter überraschten unter dem Vordach des Museums verbracht - irgendwie wollten die wegen uns nicht länger auf haben. Nachdem es dann wieder einigermaßen trocken war, bin ich Richtung Chinatown losgelaufen und bin dort über einen Straßenmusiker gestolpert, der super gesungen hat.
Washington Monument im Sonnenuntergang
Von dort bin ich schließlich durch die Stadt über die National Mall und das Kapitol und die Union Station in Richtung Hostel zurückgeschlendert.
Kapitol bei Nacht