Heute ging es zum ersten Mal nach Chicago. Wir sind morgens gemeinsam mit unseren Gastgebern zur Schule gegangen - ja gegangen, das ist nach meiner bisherigen Erfahrung in sechs Gastfamilien echt ungewöhnlich, es ist genau genommen das erste Mal, obwohl ich bereits einige Male in wenigen Minuten Fußwegentfernung gewohnt habe. Von der Schule ging es mit unseren furchtbaren heiß geliebten gelben Schulbussen durch den dichten Verkehr nach Chicago.

Als erstes ging es auf den Willis Tower, das höchste Gebäude Chicagos. Leider war das Wetter nicht allzu gut, sodass der oft mögliche Blick weit auf den Lake Michigan raus leider nur gerade so bis zur Hafenkante reichte. Dafür ermöglichte uns das Wetter zwei andere besondere Erlebnisse: zum einen konnten wir die Wolken zwischen uns und dem Boden beobachten und zum anderen wurden wir zwischendurch quasi von einer Wolke eingehüllt, sodass wir fast nichts mehr sahen. Dann entstanden manchmal in der Wolkendecke Löcher, sodass plötzlich das obere Ende eines anderen Hochhauses aus der Wolke heraus schaute.

Sicht vom Willis-Tower in Chicago

Danach ging es zur Bean im Millenium-Park. Nachdem wir dort fleißig Bilder geschossen hatten, ging es weiter zum Art Institute of Chicago. Wir hatten dort gut eineinhalb Stunden Zeit und es ist tatsächlich eines der wenigen Male, dass ich aus einem Kunstmuseum rausging und dachte, dass ich gerne mehr Zeit gehabt hätte.

Am frühen Nachmittag ging es dann auch schon zurück nach Downers Grove, sodass wir zum Unterrichtsschluss um zwanzig nach drei wieder an der Schule ankamen. Der andere Bus hatte noch einen Unfall - eine Dame ist bei rot über die Ampel gefahren und ist mit dem Bus kollidiert. Nachdem sie den Schaden an ihrem Auto untersucht hatte, ist sie wieder eingestiegen und ist weitergefahren. Mit dieser Fahrerflucht war dann natürlich ein größerer Einsatz von Rettungskräften - neben Polizei faszinierenderweise auch zwei Feuerwehrwagen und ein Rettungswagen - fällig. Da niemand verletzt wurde und es nach einer halben Stunde dann auch weiter ging, war das insgesamt für die betroffenen Schüler eher ein spannendes Ereignis, das eine gute Geschichte zum Erzählen abgibt.